Wir werden keine Freunde

Nachdem ich durch das Zusammenspiel von Schwangerschaft und vorhandenem Diabetes auf Insulin umgestellt werde, gilt es auch „besondere“ Essgewohnheiten einzuführen. Ich kann mich ja damit abfinden nicht mal schnell was reinzuwerfen (45 Minuten warten bis zum Essen nach dem Messen und Spritzen), wenn ich Hunger habe, nicht zu schnuggeln, praktisch kein Obst zu essen (was ne echte Schweinerei ist *traurigguck*), nur Vollkornsachen auf den Tisch zu bekommen und soviele Gelüste zu verdrängen.

ABER was ich glaube ich definitiv NICHT werde:

Ein Freund von Vollkornreis!!!

Vollkornbrot ist lecker, Vollkornnudeln sind -trotz eines Jugendtraumas- gar nicht mal schlecht gewesen sondern erstaunlich lecker, aber Vollkornreis… das ist der Hammer… 1,5 Stunden hatte ich den schlussendlich gestern auf dem Herd bis er mal anfing eine etwas weichere Konsistenz anzunehmen!

Ich kann mich damit abfinden, dass man dabei mehr kauen muss, aber ich wollte keine rohen Reiskörner anknabbern! Nein, Freunde werden wir in meinem Leben wohl nicht mehr… Aber momentan geht es halt nicht anders und glaubt mir… ich weiss, was das Ziel ist (dass das Baby gesund zur Welt kommt) und da lasse ich ja fast alles mit mir machen. Seien es Arztbesuche und Untersuchungen en masse, tägliche Telefonate mit der Diabetesberaterin, mindestens 3mal täglich Blutdruck messen, 8mal tagsüber mindestens Zucker messen (und noch 1mal jede Nacht um 3 Uhr!!!), spritzen und Tabletten einwerfen,…

Aber manchmal fragt man sich doch, ob das alles auch wirklich notwendig ist. Und doofe Sprüche à la „Auch andere Frauen haben schon Kinder bekommen“ kann ich nicht unbedingt leiden, gelinde gesagt. Klar, das ist seit Jahrtausenden so vorgesehen, aber so einfach läuft das hier nun mal nicht.Ob ich will oder nicht, jetzt zählt als erstes das Baby und was ich machen kann, um da mehr als eine „Normal“-Schwangere helfend da zu sein- das werde ich tun.

Und seien es harte braune Reiskörner oder die tausendste Untersuchung beim x-ten Arzt!

Wir müssen schliesslich keine Freunde werden!

2 Gedanken zu “Wir werden keine Freunde

  1. Hey Silke, das mag jetzt ein bißchen „anti“ und gar ketzerisch klingen, aber hast Du bei der ganzen Tablettenschluckerei, Messerei, Arztbesucherei und Ernährerei überhaupt noch Bock auf Irgendwas? Ich meine, irgendwie ist das ja schon fast absurd. Und da denke ich speziell an die Ärzte, die sowas propagieren. Und ich bin mir sicher, dass man aus „ärztlicher Sicht“ sicher noch ein paar Gründe finden kann, den ganzen Aufwand zu verdreifachen und alle 4 Stunden beim Doc vorstellig zu sein hat, nur noch Körnerpampe zu essen und Wasser zu trinken.

    Klar, Du bist eine „Problemschwangere“, das sehe ich ein. Und niemand wünscht sich mehr, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen als Du selbst. Aber was Du schreibst ist eigentlich Irrsinn, wenn man sich das genau überlegt. Um 3 Uhr Blutzucker messen – hallo..? Da frage ich mich, ob der angenehme (und gesunde!) Nachtschlaf nicht wichtiger ist…

    Wie gesagt, ist echt nicht böse gemeint, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Ärzteschaft es gerne übertreibt.

  2. Ich habe das Glück, dass mein jetziger Gyn da echt klasse ist. Er macht nicht mehr als nötig, bremst auch etwas (gerade am Anfang, als alles noch sehr schwierig und unklar war) und will das Beste für das Kind. Und das Beste sind nunmal ein gut eingestellter Zucker und ein guter Bluthochdruck, da es sonst auch für mich gefährlich wird. Und leider hatten wir schon eine Erfahrung mit Notdienst und Krankschreibung. Und nun bin ich sogar bis zum Mutterschutz „eingesperrt“.

    Und übrigens:
    1. ich finde deine Meinung nicht schlimm und bin ja selbst extrem skeptisch Ärzten gegenüber, wie du weisst. Ich weiss schon, wie es gemeint ist :wink:
    2. Bei dem Ersttrimester-Screening kam ein ziemlich geringes Problem raus (auf Blutwerte warten wir noch) und daher meinte der Arzt, dass dann eine Fruchtwassseruntersuchung gar nicht nötig sei! Also da auch dann der Ausschluss von Untersuchungen, die normalerweise bei „Jemand wie mir“ nahezu angeordnet werden.
    3. Die Ärztezahl lässt nach :grin: und ich hoffe, wenn ich dann eingestellt bin mit Zucker und Blutdruck, dass dann auch endlich das nächtliche Aufstehen entfällt, aber glaub mir… das wird wohl noch mehr werden und hat dann nix mit ärztlichen Anordnungen zu tun, sondern eher mit dem Bedürfnis schnellstmöglich das Toi aufzusuchen :worried:

    Also- ein Baby bedeutet ne Riesenumstellung und ich „befürchte“ die Ärzte und Untersuchungen sind nur ein kleiner Teil am Anfang :wink:

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