Von der Familienkutsche zum Carcamper Teil 1

Irgendwie kam uns im Sommer die Idee unseren Lodgy „umzubauen“. Ich hatte Einiges gelesen und gesehen über den Umbau von (Hochdach-)Kombis und „normalen“ Autos zum Übernachten. Es hat mich sehr gereizt, aber zuerst war das bessere Drittel nicht ganz so überzeugt davon. Lag vielleicht auch daran, dass ich bisher Campen gaaaanz weit weg von mir geschoben hatte und niemals wollte :wink: . Aber je weiter ich mich damit beschäftigt habe, desto mehr gefiel mir diese besondere Art des Campens!

Zuerst einmal: Was heisst Carcamping denn eigentlich?

Übernachten im Auto, je nach Größe alles Mögliche umgebaut wie in einem Wohnmobil, Freistehen und treiben lassen.

Und was heisst nu Freistehen?

Ohne Campingplatz o.ä. einfach frei irgendwo stehen. Mit Wohnmobilen etc. geht das natürlich nicht immer so gut. In Europa ist das auch immer so eine Sache, ob es erlaubt ist oder nicht (Näheres dazu findet ihr im Internet). Ein Auto, das irgendwo steht ist da natürlich immer unauffälliger :D .

Mit Ideen und Argumenten konnte ich mein besseres Drittel dann auch überzeugen und er war sehr angetan von der Idee. Also ging es los- zuerst mit vielen Fragen und Überlegungen, Planungen, Messen und alles wieder umschmeissen um neu zu beginnen…

Was brauchen wir, was wollen wir, was ist technisch und finanziell möglich. Es gibt sogar für Kombis Fertigsysteme zum nicht permanenten Umbau in einen „Microcamper“! Ich war überrascht, was es so gibt und erschreckt über die Preise! Interessant waren diverse Foren und Diskussionen im Internet zu dem Thema. Was so manche Leute sich da zusammengebaut haben… einfach klasse!

Unsere Anforderung ganz zu Anfang:

  • das Auto soll Auto bleiben und schnell wieder als 7-Sitzer zu benutzen sein
  • Gute und einfache Montage zur Not auch allein
  • ein Klo!
  • stabil, aber nicht zu schwer und nicht zu teuer
  • Sicher und nicht im Auto rumfallend

Das mit dem Klo war wirklich ein Ausgangspunkt, so komisch das auch im ersten Moment klingen mag :D . Wenn ich einfach mal in der Natur stehe, dann ist es ja wohl selbstverständlich, dass ich nicht einfach die Natur zusch***. Vom Komfort mal ganz abgesehen. Ich rege mich immer auf, wenn man irgendwo spaziert/wandert/rumdödelt und irgendwelche Idioten haben ihren Müll einfach in der Gegend liegen lassen! Meine Tasche sieht zwar meistens aus wie ein Mülleimer nach Ausflügen, aber ich nehme meinen Mist wieder mit, wenn ich keinen Mülleimer finde. Wo ist denn das Problem dabei??? Im Internet gibt es viele Ansätze vom Chemieklo bis zum Einbuddeln. Gefiel mir nicht wirklich. Und man muss bei Chemieklos auch wieder an das Entsorgen etc. denken. Und dann lief mir die Idee über den Weg- eine Trockentoilette.

Was ist denn nu schon wieder eine Trockentoilette?

Im Prinzip? Ein Katzenklo! Es gibt allen Ernstes viele Dinge zu Kaufen von 50 bis weit über 100€. Trenntoiletten oder Einsätze, die noch den Urin trennen, Klappstühle mit Tüte, Eimer mit Tüte,… unfassbar. Ein Behälter wird mit Streu gefüllt und benutzt. Punkt.

Selbstbau-Anleitungen bestehen oft aus einem Eimer mit Tüte und Poolnudel oder sogar Klobrille draufgesteckt. Fand ich etwas instabil. Und da mein Geiz da wieder rauskam, habe ich mal mit Ideen gespielt (und Maßen, die in mein Konzept passen sollten). Endergebnis ist ein Ikea-Eigenbau mit Charme wie ich finde:

Material: Oddvar Hocker (9€), Dokument Papierkorb (4€), Wachstuch (vorhanden), Perlen und Draht damit der „Deckel“ nicht reinfällt- in den Papierkorb geflochten (vorhanden), Klopapierhalter (vorhanden)

Es war noch genug von dem Wachstuch da, dass unser Klo auch einen Überzug hat, der per Klettverschluss festgemacht wird und auch (wie man auf den letzten 2 Bilder sieht) das Innenleben unsichtbar macht. An der einen Seite ist der Klopapierhalter angeschraubt, an der anderen Seite einmal eine Lasche für die Müllbeutel und Haken für einen Streuer mit Katzenstreu (die Spülung sozusagen). Der Deckel ist ebenfalls mit Wachstuch am Hocker festgetackert, damit er einem nicht durch die Gegend fällt bei Gebrauch.

Zur Funktion gibt es auch genug Infos im Internet. Kurz gesagt gibt man eine Grundmenge an Katzenstreu in die Tüte, die im Korb hängt. Danach kann man sein Geschäft erledigen und gibt wieder etwas Streu drüber. Den Rest kann sich jeder Katzenbesitzer denken. Entsorgung wie zuhause im normalen Müll. Keine Geruchsbelästigung (ausser vielleicht im ersten Moment) und keine Chemie! Man braucht keine besonderen Dufterfrischer oder sonst welchen Geldmach-Blödsinn. Ob Hamsterstreu aus Holzschnitzeln oder Klumpstreu ist anscheinend egal. Wir haben das Klumpstreu benutzt, das unsere Katzen haben (sogar mit Babypuderduft…) und sind zufrieden.

Der Klohocker ist so gekürzt worden, dass er mit unserer Konstruktion auf einer Höhe ist und damit nachts ein Teil der Unterkonstruktion unseres Bettes ist. Doch davon im nächsten Teil mehr :D

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3 Gedanken zu “Von der Familienkutsche zum Carcamper Teil 1

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