Raus aus dem Schnee- ab in die Sonne Teil 3

Leider startete der nächste Tag zwar trockener aber ziemlich bedeckt. Ein weiterer Aussichtspunkt reihte sich in unser Reisetagebuch. Unser Mitreisender, der am längsten nach Empuriabrava fährt und sich dort auskennt wie seine Westentasche, wollte uns soviel wie möglich zeigen. Für ein nächstes Mal ist definitiv mehr er-leben als er-fahren angesagt.

Aber das Durchfahren von Roses war auch interessant. Und der Aussichtspunkt ist für Menschen mit Herzschrittmacher o.ä. definitiv NICHT zu empfehlen. Es wird offiziell davor gewarnt. Zuviele Antennen, viel zuviele…Aber ein schöner Aussichtspunkt definitiv. Mit den schönen Bögen auch ideal um mit der Kamera zu spielen.

Auf der Weiterfahrt machten wir noch einen Abstecher zum ElBulli. Dieses wird gerade neu gebaut, nachdem es seit einigen Jahren eh nur noch als Schule diente und nicht mehr als Gourmetrestaurant. Was das werden/darstellen soll… keine Ahnung. Wenn man sich vorstellt, dass über diese Strassen Gourmets aus aller Welt pilgerten- unvorstellbar. Aber ein malerisches Plätzchen ist es schon und vielleicht war diese Abgeschiedenheit auch eine große Inspirationsquelle.

Weiter ging es zu einigen Festungswerken, Punta Falconera, von der man den gesamten Golf von Roses überblicken kann und die/der/das? daher ein strategischer Punkt ist. Wenn man sich vorstellt, dass diese schöne Landschaft einst so militärisch geprägt war und heute im Naturschutzgebiet liegend ihren Reiz entfaltet… das gefällt mir!

Abends haben wir eine der besten Pizzas gegessen, die ich bisher gegessen habe. In Spanien von einem waschechten Italiener… Nachdem wir vorher in einer „typisch deutschen“ Kneipe etwas getrunken hatten. Ich glaube das gehört zu Empuriabrava… deutsches Essen/Trinken/Sprache. Spanien dort vor Ort zu finden ist schwierig. Kein Wunder bei der Bevölkerungsstruktur. Ich finde trotzdem, dass es eine Frage des Respekts vor dem Land ist, wenn man sich nicht nur mit deutsch rumschlägt. Und ich muss nicht nach Spanien fahren um deutsch zu essen.

Bisherige Teile:

Raus aus dem Schnee- ab in die Sonne Teil 1

Raus aus dem Schnee- ab in die Sonne Teil 2

 

 

Raus aus dem Schnee- ab in die Sonne Teil 2

Der nächste Tag begann mit Sonnenschein und einem Spaziergang nach dem Frühstück an den Strand. Ich möchte mir nur nicht vorstellen, was hier in der Saison los ist… da wird mir ganz anders. Noch war alles ruhig und man sah, dass eifrig für die Saison vorbereitet wurde. Viele Geschäfte hatten noch geschlossen. Aber gerade das fand ich wirklich entspannend.

Leider wurde es nach dem Mittagessen bei einem „richtigen Spanier“ weniger sonnig. Der „Spanier“ war eine echte Überraschung und damit für weitere Mittage unsere „Verköstigungsstelle“. Dank Google-Übersetzer wurde die spanische Speisekarte dann auch verständlicher. Das Mittagsmenü für 9€ mit einer Vorspeise und einer Hauptspeise (jeweils aus 6-8 Speisen auswählbar), einem Viertel Wein oder einer Flasche Wasser und einer Nachspeise waren (bis auf den letzten Tag) lecker und typisch spanisch. Es waren auch viele Einheimische dort (bis auf den letzten Tag). Wir waren anscheinend die einzigen Touris dort, was ja ein gutes Zeichen ist. Keine Ahnung, ob dies im Sommer auch so ist.

Während es sich etwas einregnete fuhren wir nach Cadaques, das mir im Vorfeld im Internet über den Weg gelaufen war wegen seines schönen Stadtbildes.

Ein weiterer schöner Aussichtspunkt oberhalb von Cadaques ist ein toller Platz zum Sammeln von Pinienzapfen. Mein besseres Drittel hatte mir schon einmal welche von dort mitgebracht und natürlich wurde meine Sammlung hier erweitert. Dort liefen die Kühe frei herum (auch auf der Strasse) und es waren ganz viele Kälbchen dort. Leider begann das schlechtere Wetter uns einzuholen und somit machten wir uns weiter.

 

Was in der ganzen Gegend auffiel: überall gab es gelbe Bänder und Graffitis bzgl. der Unabhängigkeitsbewegung. Teilweise übermalt mit Spanien- oder Einigkeitssprüchen. Ich hoffe, die Menschen kommen wieder zueinander und bekämpfen sich nicht. Denn sonst verlieren Alle.

Sehr lustig auch die Minutenpreis-Anzeige auf dem Parkplatz… Wir haben herzhaft gelacht! 0,044741€ pro Minute… 

Den Abend liessen wir diesmal mit leckeren Cocktails und Sangria ausklingen. Superlecker und nicht den Kram, den man hier Sangria nennt. Aber es soll wohl auch Sangria geben, der einfach aus Rotwein und Sprite zusammengemischt wird… bah…

 

Bisherige Teile:

Raus aus dem Schnee- ab in die Sonne Teil 1

Raus aus dem Schnee- ab in die Sonne Teil 1

Schon lange war ein Urlaub mit Freunden in der Sonne geplant. Die letzten Monate war ich mir nicht mehr so sicher, ob es wirklich klappen würde. Denn unser Urlaubsort war Empuriabrava in *tada* Katalonien. Glücklicherweise hat sich die politische Situation etwas entspannt. Somit stand der Flucht vor dem Weiss nichts mehr im Wege.

Nach der Fahrt vom Flughafen in Girona ging es per Mietwagen nach Empuriabrava. Diese Stadt ist die größte Marina Europas und wurde in den 60er Jahren aus dem Sumpfland gestampft. Meine Mutter wusste sofort um was es ging, da ihre damaligen Arbeitgeber sich dort Ferienhäuser zulegten. Auf der einen Seite faszinierend, auf der anderen Seite komisch. Ich mag nunmal Geschichte und dort war das Meiste kaum älter als ich.

Direkt beim Einchecken ins Hotel war ich mir nicht mehr sicher, ob der Urlaub eine sooo gute Idee war. Die Verkabelung über dem Empfang war dann doch arg  gewöhnungsbedürftig und machte mich vorsichtig auf das Zimmer. Ich präsentiere Kabelsalat à la Espagnol :arrow:

Doch das Zimmer war wirklich schön und der erste Ausblick vom Balkon im Sonnenschein einfach toll:

Ein kleiner erster Abstecher an den Strand und damit mein Erstkontakt mit dem Mittelmeer folgten. Wirklich beeindruckend wie die Wellen auf den Strand liefen und dieses Rauschen…

Um einen kleinen Überblick über die Umgebung zu bekommen, fuhren wir etwas höher hinauf und erfreuten uns an den angenehmen Temperaturen und der wundervollen Aussicht. Es gibt wenigstens nur wenige Bettenburgen und auch wenn diese meist am Strand stehen, kann man über sie hinwegsehen.

Ein kurzer Blick auf Dalís Wohnhaus in Cadaques in einer idyllischen Bucht- da versteht man, warum er sich dort wohlgefühlt hat.

Danach ging es noch nach Cap de Creus, dem östlichsten Punkt Spaniens. Hier wehte vielleicht ein Wind… ich hätte gerne noch ein paar Bilder „um die Ecke“ gemacht, aber da wehte es sogar mich derart rum, dass ich das dann doch lieber unterlassen habe. Auf dem Rückweg ging es dann noch am Kloster Sant Pere de Rodes vorbei, das imposant am Felsen „klebt“ und in seiner Einsamkeit irgendwie entrückt von der Wirklichkeit wirkt.

Damit man sich wirklich sicher darüber ist, wo man urlaubt, gibt es in Empuriabrava durchaus deutliche Hinweise auf den Gullydeckeln. Diese sind mit Ampuriabrava gekennzeichnet. Wer jetzt verwirrt ist, dem kann ich sagen, dass es mir anfangs nicht anders ging… ich sage nur Spanisch-Katalanisch.

Den ersten Tag haben wir gemütlich ausklingen lassen. Nach dem frühen Aufstehen und der Anreise war es uns dann doch genug für diesen Tag. Was wir noch so sehen durften folgt in Kürze.

Schönen Reformationstag!

Vor 500 Jahren soll Luther seine 95 Thesen in Wittenberg an die Türen der Schlosskirche geschlagen haben. Ob es so war oder nicht- egal. Für mich ist dies nicht Halloween oder was auch immer. Für mich ist der Reformationstag ein Tag zum Innehalten, zum Gedenken.

sola gratia – sola fide – sola scriptura – solus Christus

Allein durch die Gnade – durch den Glauben – durch die Schrift – durch Christus

Wir können uns nicht „freikaufen“. Damals nicht durch Ablässe und heute auch nicht durch Spenden o.ä. Auch heute sollte man öfter auf die Bibel hören und weniger auf die Traditionen der Kirche. Selbst denken und nicht einfach auf einen „Vorbeter“ hören. Nächstenliebe- ein Wort, das Luther „erfunden“ hat. Durch die Reformation kam mehr Gleichheit in die Gesellschaft. Gerade heute sollte uns das wieder klar werden. Füreinander einstehen, egal welche gesellschaftliche Stellung, wie reich oder arm jemand ist, von wo er/sie kommt!

Einige Zitate von Luther, die ich sehr wichtig und erhellend finde:

Unser Nächster ist jeder Mensch, besonders der, der unser Hilfe braucht.

Musik ist ein reines Geschenk und eine Gabe Gottes, sie vertreibt den Teufel, sie macht die Leute fröhlich und man vergißt über sie alle Laster.

Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen.

Je tiefer man die Schöpfung erkennt, um so größere Wunder entdeckt man in ihr.

Wer etwas haben will, muß auch etwas geben.

Furcht tut nichts Gutes. Darum muß man frei und mutig in allen Dingen sein und feststehen.

Wenn Gott keinen Spaß verstünde, so möchte ich nicht in den Himmel.

Feiern wir nicht einfach einen weiteren freien Tag in diesem Jahr, sondern den Zusammenhalt und keine Bigotterie. Gerade in diesen Zeiten ist Geben und nicht nur Nehmen wichtig. In unserer endlichen Welt wirkt Gott in so vielen Arten und Weisen. Was für mich (nicht nur heute) wichtig ist:

Frieden und Freiheit leben und fordern

In diesem Sinne wünsche ich Allen einen schönen Reformationstag :D !

Von der Familienkutsche zum Carcamper Teil 5

Zum Schluss dieser Reihe möchte ich noch einige nützliche Dinge an die Frau und an den Mann bringen.

Man muss sich klar darüber sein, dass das Übernachten im Auto nicht den Komfort eines Wohnmobils hat. Platz und Höhe sind nunmal arg unterschiedlich. Dafür kommt man mit dem Auto an Plätze, an die man vielleicht mit dem Wohnmobil nicht kommt. Werdet euch klar darüber, was ihr wollt und dann schaut, wie ihr es realisiert.

Freistehen ist nicht überall in Europa erlaubt. Da müsst ihr einfach mal eure Suchmaschine anschmeissen und recherchieren. Ansonsten sollte da wie überall gelten, dass man die Plätze so hinterlässt, wie man sie angetroffen hat. Vielleicht sogar etwas sauberer (haben wir auch gemacht- bisserl mehr Müll als den eigenen zum Mülleimer zu tragen kostet nichts!).Es gibt auch genug Tipps dazu im Internet. Da muss ich nicht auch noch was dazu schreiben. Seid euch einfach klar über die gesetzlichen Bestimmungen und seid höflich und freundlich, da wird man oft positiv überrascht.

Eine nützliche App zu Park/Schlafmöglichkeiten (Stellplätze) ist „park4night„. Hat sich wirklich als hilfreich und nützlich herausgestellt. Online kostenlos zu nutzen mit vielen Einstellmöglichkeiten, wenn auch einige der Beschreibungen auf Französisch sind. :arrow: Positiv

Nachdem unsere Kunigunde (unser Navi) nur ein D-A-CH hat -sprich sie kennt nur Deutschland, Österreich und die Schweiz- war für unseren Italienurlaub eine Alternative angesagt. Ein Neukauf/Update war jetzt im Oktober ziemlich unsinnig, da neue Versionen bei Dacia immer so im November rauskommen. Ich habe einiges geschaut und auch ausprobiert und muss gestehen, dass wir super mit der Karten-App gefahren sind, die ich eigentlich gar nicht benutzen wollte: Google Maps. Sogar als Navi waren wir positiv überrascht. Ist meines Wissens nach zumindest in Androidgeräten direkt mit drin. Auch wenn die Verkehrslageeinfärbung manchmal etwas verwundert… :arrow: Positiv

Eine App, die wir vielleicht einfach manchmal hätten benutzen können anstatt einfach abzuleiten ist wieder von der Datenkrake: der Google Übersetzer. Was haben wir manchmal gerätselt und aus dem Englischen oder Französischen abgeleitet… in Italien nicht so schlimm und Richtung Gardasee steht auch Vieles in Deutsch, aber wir waren trotzdem doof. Oder besser gesagt ich, da ich vergessen hatte, dass ich die App runtergeladen hatte. :arrow: Dringend ausprobieren

Was man so braucht, dafür findet ihr reichlich Packlisten und Guides im Internet, aber ich finde ja, dass der gesunde Menschenverstand einem da schon weiterhilft. Mit dem Auto campen ist ja auch normalerweise nicht sooo weit weg und da ist man auch immer mal schnell an nem Discounter oder so um sich mit was-auch-immer einzudecken. Checkt je nach Land aber vorher mal die Preise. Es lohnt sich vielleicht da mehr mitzunehmen von zuhause. Was auch nie verkehrt ist, sind Panzertape, Klemmen (Clipbinder), Gepäckspanner/Spanngurte und ein Multitool. Damit kommt man schon ziemlich weit.

Was ich noch suche ist eine App, die im Zielland die Benzinpreise zeigt und die billigste Tanke im Umkreis zeigt. Da hat mich jetzt auf unserem Kurzurlaub in Italien das Internet vorher schwer verars***… statt etwa Österreichniveau hatten wir einiges mehr als Deutschlandniveau… war etwas ärgerlich, aber jetzt nichts Weltbewegendes. Aber Unterschiede von fast 10 ct. in einer Stadt sind schon krass!

Wichtig waren für uns noch Powerbanks. Wir sind ja nicht nur am Rumfahren, sondern auch viel zu Fuss unterwegs. Eine kleine Powerbank mit ca. 3.000mAh hat meine Akkus für die Kamera einmal ganz und einen Akku mehr als halb voll geladen. Selbst bei meiner vielen Fotografiererei hätte das auch dann für 6-7 Tage gereicht ohne zwischenzeitlich die Kamera an die Autobatterie zu hängen. Für die Handys hatten wir eine 20.000er Powerbank mit und da wird wohl noch ein Neuzugang dazukommen müssen, wenn wir öfter und länger wegfahren. Mittlerweile gibt es ja auch alles Mögliche mit USB-Anschluss. Und evtl. mal abends einen Film auf dem Tablet zu schauen ist ja auch nicht verkehrt :D .

Minimalistisch heisst nicht schlecht. Man kann auch mal improvisieren und hat dann vielleicht mehr Spass, als wenn alles durchplant und -dacht ist. Dank der Abschaffung der Roaminggebühren ist es in Europa nun auch leichter mal einfach per Internet etwas zu schauen oder zu klären. Mir haben die ersten 3 Übernachtungen im Carcamper super gefallen und ich freue mich auf weitere Abenteuer nach dem Winter.