Meine Güte sind wir Deutschen seltsam

Watson und ich standen an der Kasse im Supermarkt und  auf einmal piepste das Ding los. Jugenschutzprüfung. Wir wurden gar nicht gefragt… wir müssen schwer alt aussehen *seufz* :wink: . Ich war mir nicht sicher, was wir gekauft hatten, das einen solchen Hinweis der Kasse gerechtfertigen würde.

Und was sehe ich da als Objekt der Piepserei?

Eine kleine Tiefkühltorte…

Jugendschutz für Torten…

Manchmal weiss ich echt nimmer, was ich zu unserer Bürokratie sagen soll *kopfschüttel*

P.S.: Es war noch nicht mal ein Stück Schwarzwälder-Kirsch oder bsp. Eierlikörtorte drin…

P.P.S.: Die nette Verkäuferin meinte auch noch, dass sie nicht mal mehr den Kids, die zu Weihnachten für Oma und Opa Kirschpralinen (M*n Ch*r** o.ä.) kaufen wollen, diese so eben genannten als Geschenk vorgesehenen Einkäufe durchgehen lassen dürfen. Fragt sich nur was dann in Zukunft passiert. Bei uns gab es zum Schluss ein Jahr Do**elhe*z und ein Jahr Kl*sterf*au M*lissen*eist für unsere Oma…

Wie eine Strasse

Auf dem Weg zu meinen Eltern ist mir heute klar geworden, dass ich mich momentan fühle wie eine Strasse, die gerade saniert wird.

Es sind im Moment viele Stücke abgekratzt und an der Oberfläche, manchmal geht es einfach weiter, denn das Stück ist noch in Ordnung. Manchmal kann man ganz gemütlich weiter über die Kante fahren und es rumpelt nicht so doll, aber manchmal hat man einfach Angst, dass noch mehr kaputt geht, wenn man nicht gaaaaanhz gaaaanz langsam macht. Und manchmal hat die Dicke nicht gereicht, die abgekratzt wurde, weil da ein kleines, aber tiefes, Loch noch vorhanden ist.

Womit muss man eigentlich anfangen beim Sanieren? Mit den kleinen tiefen Löchern oder mit kleinen Stücken, wo man dann nur noch neu aufbauen muss? Ich glaube das ist auch noch etwas, das ich herausfinden muss…

Warum

Das Schlimmste was einem Menschen passieren kann, ist der Verlust eines geliebten Menschen.

Uns ist dieses Schlimme passiert. Watson und ich haben uns so auf unseren Nachwuchs gefreut und mussten im 5. Monat Abschied nehmen, da unsere kleine Tochter das Edwards-Syndrom hatte. Es war und ist seitdem eine schwere Zeit. Verarbeitet habe ich das Alles immer noch nicht :( . Man freut sich so unsagbar auf ein kleines Wunder und dann kommt eine Diagnose, die alles zerstört.

Was unfassbar ist, ist die Reaktion der Mitmenschen, die auf einmal erzählen, dass sie ebenfalls ein Kind verloren haben. Bekommt man das nur mit, weil man selbst in der Lage ist oder ist das noch ein Tabuthema? Ich weiss es nicht. Was ich weiss, ist das die stille Geburt zwar unsagbar schlimm und schwer war, aber die Ärzte und Schwestern damit einfach wunderbar umgegangen sind und wir dann richtig Abschied von unserem Kind nehmen konnten, so schwer auch alles war.

Als weiterer Teil meiner Therapie versuche ich auch wieder öfter hier im Blog über das Leben und Alles zu schreiben. Ich hoffe, es hilft.

Aber manchmal fragt man sich wirklich einfach nur „Warum???“:


Wir werden keine Freunde

Nachdem ich durch das Zusammenspiel von Schwangerschaft und vorhandenem Diabetes auf Insulin umgestellt werde, gilt es auch „besondere“ Essgewohnheiten einzuführen. Ich kann mich ja damit abfinden nicht mal schnell was reinzuwerfen (45 Minuten warten bis zum Essen nach dem Messen und Spritzen), wenn ich Hunger habe, nicht zu schnuggeln, praktisch kein Obst zu essen (was ne echte Schweinerei ist *traurigguck*), nur Vollkornsachen auf den Tisch zu bekommen und soviele Gelüste zu verdrängen.

ABER was ich glaube ich definitiv NICHT werde:

Ein Freund von Vollkornreis!!!

Vollkornbrot ist lecker, Vollkornnudeln sind -trotz eines Jugendtraumas- gar nicht mal schlecht gewesen sondern erstaunlich lecker, aber Vollkornreis… das ist der Hammer… 1,5 Stunden hatte ich den schlussendlich gestern auf dem Herd bis er mal anfing eine etwas weichere Konsistenz anzunehmen!

Ich kann mich damit abfinden, dass man dabei mehr kauen muss, aber ich wollte keine rohen Reiskörner anknabbern! Nein, Freunde werden wir in meinem Leben wohl nicht mehr… Aber momentan geht es halt nicht anders und glaubt mir… ich weiss, was das Ziel ist (dass das Baby gesund zur Welt kommt) und da lasse ich ja fast alles mit mir machen. Seien es Arztbesuche und Untersuchungen en masse, tägliche Telefonate mit der Diabetesberaterin, mindestens 3mal täglich Blutdruck messen, 8mal tagsüber mindestens Zucker messen (und noch 1mal jede Nacht um 3 Uhr!!!), spritzen und Tabletten einwerfen,…

Aber manchmal fragt man sich doch, ob das alles auch wirklich notwendig ist. Und doofe Sprüche à la „Auch andere Frauen haben schon Kinder bekommen“ kann ich nicht unbedingt leiden, gelinde gesagt. Klar, das ist seit Jahrtausenden so vorgesehen, aber so einfach läuft das hier nun mal nicht.Ob ich will oder nicht, jetzt zählt als erstes das Baby und was ich machen kann, um da mehr als eine „Normal“-Schwangere helfend da zu sein- das werde ich tun.

Und seien es harte braune Reiskörner oder die tausendste Untersuchung beim x-ten Arzt!

Wir müssen schliesslich keine Freunde werden!

Muttertag

Tja, heute ist also Muttertag… Ich weiss ja nie genau, was ich von solchen „Pseudofeiertagen“ halten soll. Und die Aussage, dass man auch keinen Muttertag braucht, wenn man sonst keinen Pfifferling auf die Mutter gibt- da stimme ich zu.
Interessant ist für mich selbst meine momentane Gedankenlage.
Heute war die Vorstellung des Ältesten meiner Cousine und da ich nächste Woche bei der Konfirmation -aufgrund einer für mich sehr wichtigen Hochzeit eines lieben Freundes- nicht da bin, ging es heute in die Kirche und danach zum Essen. Als die Kirche vorbei war, bekam jede Frau eine Rose für den Muttertag. Verwirrend! Aber wie sagte ich so schön: „Ein Jahr zu früh“… Trotzdem mache ich mir so meine Gedanken, wie es dann sein wird, was ich dann als Mutter gerne hätte,…
Wie verändert sich dieser „Blumenhändlerunterstützungstag“, wenn man selbst Mutter ist? Ist es uns Frauen dann doch so immens wichtig?
Ich bin noch zu keiner Antwort gekommen.
Was sagen evtl. mitlesende Mütter dazu?