Zeitmanagement

Ich habe ja nu schon einige Erfahrungen mit Ärzten und Krankenhäusern gemacht, nicht nur im letzten Jahr. Aber die Uniklinik Frankfurt kannte ich jetzt noch nicht. Bis jetzt besser gesagt.

Und leider muss ich sagen, dass das Zeitmanagement eine Katastrophe ist. Das war nicht nur bei mir so, sondern bei Allen zu sehen, die dort auf die vielen Ärzte warteten, bei denen sie Termine hatten. Aber wer weiss… Eine Dame meint so lustig, sie hätte in den letzten 2 Jahren mehr Ärzte gehabt als die 15 Jahre vorher und manche Tage seien gut und an anderen Tagen herrsche das blosse Chaos :wink: .

Aber dafür war der Arzt trotz erster Bedenken (aus Beobachtung vor dem Kennenlernen) gut und scheint zu passen. Am Freitag geht es wieder hin und wohl Anfang des Jahres ein paar Tage stationär in die Uniklinik. Und der Dr. med. hat erstmal Oberärztin und dann direkt den Professor um Rat gefragt. Ich bin gespannt, was dabei noch rauskommt… Vielleicht mal endlich Klarheit :-| .

Aber auch Rechtschreibung sollte die Uniklinik noch lernen… “Fall’s”… *schrei*

Bääämm

In diesem Augenblick in der Nacht muss ich an eine liebe Freundin denken, die gerne Geschichten mit “BÄÄÄÄMMM” unterstreicht, um zu zeigen, dass etwas in schneller Folge und mit Vehemenz passiert bzw. vorgetragen wird.

Genau das passiert schon wieder.

Was dieses Jahr nicht schon alles passiert ist… Von wem ich Abschied nehmen mussten, wer Sorgen bereitetete und auch schlaflose Nächte…

Ich drücke die Daumen, dass die letzten Wochen des Jahres nicht schon wieder mit schlimmen Nachrichten aufwarten. Dass Dinge wieder gut oder zumindest soweit besser wie möglich werden. Manchmal möchte ich die Zeit anhalten, damit es nicht noch schlimmer wird. Und immer wenn ich denke ich komme auf meinem persönlichen Weg weiter, dann kommt der grosse Vorschlaghammer an und trifft mich wieder. Doch ich darf nicht vergessen, dass hier Andere viel mehr ge(be)troffen sind… Hilft aber auch nicht viel :emotion:

Ich denke, das Jahr 2012 wird mein persönliches “annus horibilis”…

Warum

Das Schlimmste was einem Menschen passieren kann, ist der Verlust eines geliebten Menschen.

Uns ist dieses Schlimme passiert. Watson und ich haben uns so auf unseren Nachwuchs gefreut und mussten im 5. Monat Abschied nehmen, da unsere kleine Tochter das Edwards-Syndrom hatte. Es war und ist seitdem eine schwere Zeit. Verarbeitet habe ich das Alles immer noch nicht :( . Man freut sich so unsagbar auf ein kleines Wunder und dann kommt eine Diagnose, die alles zerstört.

Was unfassbar ist, ist die Reaktion der Mitmenschen, die auf einmal erzählen, dass sie ebenfalls ein Kind verloren haben. Bekommt man das nur mit, weil man selbst in der Lage ist oder ist das noch ein Tabuthema? Ich weiss es nicht. Was ich weiss, ist das die stille Geburt zwar unsagbar schlimm und schwer war, aber die Ärzte und Schwestern damit einfach wunderbar umgegangen sind und wir dann richtig Abschied von unserem Kind nehmen konnten, so schwer auch alles war.

Als weiterer Teil meiner Therapie versuche ich auch wieder öfter hier im Blog über das Leben und Alles zu schreiben. Ich hoffe, es hilft.

Aber manchmal fragt man sich wirklich einfach nur “Warum???”:


Seven of Nine

Nachdem ich am 30. November einen Autounfall hatte, schien zuerst gesundheitlich alles ok zu sein (halt Prellungen, blaue Flecken, Wirbelsäule gestaucht). Das Auto ist hinten ausgebrochen (und nein, ich war nicht zu schnell und es war nicht nass :( ) und dann konnte ich es nicht mehr halten und bin über nen Graben in den Wald geschleudert. Gott sei Dank kein Gegenverkehr, nur beim Zum-Stehen-Kommen noch gegen einen kleinen Baum gekippt,… ich bin mir nicht sicher, ob Gott da nicht mehr als einen Schutzengel parat hatte für mich. Jedenfalls kam ich alleine (mit Hilfe von 2 netten Erwachsenen und einem Jugendlichen, die das Auto festhielten und mir dann runter halfen) aus dem Auto und “nur” meine Wirbelsäule, der bekannte Teil, tat weh. Die Kollegen meines besseren Drittels brachten mich ins Krankenhaus nach Ems (da Koblenz dank der Bombenentschärfung am WE schon Mittwochs niemanden mehr aufnahm *grummel*). Und dort begann das Chaos…

Eigentlich sollte ich ins CT. Das konnte erst gemacht werden nach einem Schwangerschaftstest. Der hat dann ewig gedauert (Hallo? Daheim geht doch sowas auch in Minuten denke ich!) Dann ging es zum Röntgen. Zu dem Zeitpunkt war ich eigentlich ganz froh, dass überhaupt was gemacht wird. Dort sass ich dann im Rolli rum, während die Röntgenassistentin im Nebenraum zu ihrer Kollegin meinte “Guck mal, das sieht komisch aus, gell?” “Ja, komisch sieht das aus.” Sachen, die man hören will, wenn man gerade nen Unfall hatte, der Rücken weh tut und man wegen ner evtl. Verletzung der Wirbelsäule da untersucht wird (werden soll/te???). Als mein besseres Drittel mich dann fachgerecht wieder hochgeschoben hat auf die Station haben wir mal geschaut. Ok, es mag komisch ausgesehen haben, aber das was da komisch aussah, das habe ich direkt im RTW und im KH gesagt: eine gequetschte Bandscheibe (gestauchte Wirbelsäule nach Sturz mit eingeklemmtem Ischias damals) im Lendenwirbelbereich. DAS ist schon Jahre alt und bekannt.

Nachdem es dann wieder ewig dauerte kam dann ein Arzt und meinte es wäre nichts und ich habe mich dann auf eigenen Wunsch entlassen lassen. DA wollte ich nicht bleiben und mein Schatz war sogar damit einverstanden!

Schmerzen im Rücken kenne ich ja (wenn man in der Lendenwirbelsäule keine Krümmung hat und dann seit Jahren (Jahrzehnten?) die lädierte Bandscheibe, dann is das nunmal so :-| ), aber ich dachte mir mit Wärme geht das schon. Ging es auch eigentlich. Dank Heizkissen habe ich noch 2 Tage gearbeitet, bin über den Weihnachtsmarkt (einen Tag Arbeit und dann den nächsten privat) und durch die Gegend gepest. Und am Montag abend konnte ich mich vor Schmerzen kaum rühren, konnte mich nicht umdrehen ohne Schmerzen und Niesen, Husten waren echt übel. Das war dann der Moment, als mein besseres Drittel mir die Pistole an die Brust gesetzt hat… “Wenn du nicht morgen früh zum Doc gehst, dann fahren wir nicht in Urlaub!” :o Mittwoch sollte es nach vielem Hin und Her und dank Unfall ja noch viel mehr Gedöhns endlich zum Weihnachtsmarkt nach Salzburg gehen…

Der Dienstag wurde toll :( . Kurz vor 8 ging es los und ca. 7 Stunden, 4 Ärzte, eine Praxis, ein Krankenhaus und ein Radiologisches Institut später stand dann fest, dass irgendwas ganz schief gelaufen ist! Diagnose Kompressionsfraktur an einem Lendenwirbel. Gott sei Dank nach vorne (hinten wären Nerven und alles) und stabil. Trotzdem nicht minder besch***. Doc im Krankenhaus: mindestens 4 Wochen flach liegen, Toi und evtl. mal Mittagessen am Tisch erlaubt, sonst nix. Ich war natürlich begeistert und mein armer Schatz musste meinen ganzen Frust per sms ausbaden (Nochmal sorry mein geliebter Watson :-* ). Am nächsten Morgen ging es zunächst zum Orthopäden für ein Stützkorsett, das mir aufgrund meiner versteiften Wirbel verordnet worden ist. Danach Watson hoch zum Doc um meine Krankschreibung zu holen. Und was war da los?

Der war ganz baff und meinte erstmal “Stützkorsett erstmal stoppen, der Chefarzt hat gestern am Telefon gesagt Gymnastik, Im Zweifelsfall frage ich nochmal nen Chirurgen im BWZK!”. Oha… :o . Erstmal auf der Arbeit angerufen und die Kollegin mit der “freudigen” Nachricht überrannt. Und dann warten… nachmittags dann der Anruf: Alle hatten sich nochmal alles angeschaut und daher- Stützkorsett, aber kein Liegen. Wenigstens etwas :( .

Nun habe ich ein “Exo-Skelett”, kann damit schon rumlaufen und so, aber es ist ja schon störend (aber auch entlastend). Das Beste war der Orthopäde beim Anpassen der Carbonstützen… “Vor ein paar Jahren wären Sie für mindestens 3 Wochen eingegipst worden und nicht bewegen und so!” :o :o :o . Also da bin ich verdammt froh, dass es mittlerweile sowas gibt. Und dank Schmzertropfen, Schmerztabletten geht es mir eigentlich ganz gut :wink: . Nun muss ich schauen, wie es geht. In einer Woche ist dann wieder Röntgen angesagt und bis nächstes Jahr bin ich erstmal krankgeschrieben… Aber ich denke, dass ich es dann (auch mit meinem “Exo-Skelett”) schon hinbekomme. Die Frage ist dann eigentlich nur noch, ob meine Ärzte dann auch dieser Meinung sind *grübel*.

Und sorry, aber die Ärzte in meinem “Unfallkrankenhaus”… NIE WIEDER!!! Denn ich bin der Meinung, dass die Fraktur ja nicht erst nach der Woche so angeflogen kam, sondern schon da war! Und nach den Äusserungen der Ärzte muss ich auch davon ausgehen!

Und wieso heisst der Artikel “Seven of Nine”? Jaaa, das is eigentlich ganz lustig :wink: . Der Kollege meines besseres Drittels und unser Freund MM meinte die Tage nur, als ich von meinem “Exo-Skelett” sprach: “Ich stell mir gerade vor, wie Silke wie Seven of Nine ins Schlafzimmer kommt und sagt ‘Widerstand ist zwecklos!’” :grin: . Jajaja… Männer :wink:

Stille

Gestern kam ich nach einem sehr stressigen Tag nach Hause und so ziemlich das Erste, was mich “ansprang” waren die Meldungen über die Attentate in Oslo. Gerade das Massaker auf der Insel Utøya bei einem Jugendcamp der norwegischen Sozialdemokraten macht mich ziemlich fertig. Gestern abend war noch von ca. 10 Ermordeten die Rede und heute morgen steigt die Zahl von 80 immer weiter… Gestern abend meinte ich noch zu Watson, dass es wohl nicht bei den 10 Toten bleiben würde, wenn ich das richtig einschätzen würde. Und dann eine so hohe Zahl von Opfern heute morgen.

Nachdem sich die Presse (leider) direkt mal wieder auf den internationalen Terrorismus und Antiislamisten eingeschossen hatte, scheint es sich ja nun um einen rechtsradikalen Hintergrund zu handeln. Die Motivation scheint jedoch angesichts der Opfer relativ egal. Ich verstehe einfach nicht, wie Menschen zu solchen Monstern werden und aufgrund ihrer Überzeugung kaltblütig Menschen ermorden. Nicht nur die Jugendlichen im Feriencamp, sondern auch die unschuldigen Menschen im Regierungsviertel von Oslo. Da wurde auch mit eingerechnet, dass Menschen, die sich einfach zufällig dort aufhalten getötet werden.

Egal mit welcher Rechtfertigung der Attentäter sich auch rausreden will- es gibt KEINEN Grund und KEINE Überzeugung, die das sinnlose Abschlachten von Menschen rechtfertigt!!!

Auf dem Weg zur Arbeit kam nach den Nachrichten und den neusten Entwicklungen in Norwegen von Jupiter Jones “Still” und in dem Moment dachte ich nur: “Das passt!”

So Still,
dass jeder von uns wusste,
das hier ist, für immer,
für immer und ein Leben
und es war so still,
dass jeder von uns ahnte,
hierfür gibts kein Wort,
das jemals das Gefühl beschreiben kann.

So still, dass alle Uhren schwiegen,
ja, die Zeit kam zum erliegen,
so still und so verloren gingst du fort,
so still und so verloren gingst du fort.

So laut, die Stunden nach dem Aufschlag als es galt,
dass alles, zu erfassen und verstehen und es war,
so laut, dass alles was wir dachten nichts als Leere zu uns brachte
so laut und so verloren war es hier,
als Stille bei uns wohnte anstatt Dir.


Möge mit der Trauer auch der Trost
zu den Trauernden kommen.

-Altirischer Segenswunsch-