Surströmming

Wer diesen Begriff bereits einmal gehört hat, der erinnert sich direkt. Surströmming. Gerne auch mal Gammelfisch genannt. Die Vorstellung… mich schüttelt es wirklich. Und seit heute noch mehr!

Wenn der Kollege des besseren Drittels aus Schweden Surströmming mitbringt, dann gibt es natürlich beim Roten Kreuz genügend Verrückte, die beim Öffnen/Essen/Ekeln mitmachen wollen  :D . Das bessere Drittel natürlich auch! Ich habe lange überlegt, ob ich mir das antue… Essen schied von Anfang an aus! Aber neugierig wie ich bin, ging es mit. Aus gebührender Entfernung waren meine Knipse und ich dabei und idealerweise mit dem Wind im Rücken  :D .

Beim Öffnen (natürlich Draussen!) hatten die Wagemutigen auf einmal mehr Platz, ich roch (Windrichtung sei Dank!) nix. Mit Handschuhen und KotztütenBrechbeuteln wurde der Dose zu Leibe gerückt. Anscheinend war nicht soviel Druck auf der Dose, sie war auch nicht sehr gewölbt, so dass sie nicht gross rumspritzte. Also konnte ich näher rücken.

Einfach schön! Die Blicke und Grimassen der Jungs… herrlich! Das bessere Drittel hat ja eh eine nicht besonders gute Nase und ist zurzeit etwas verschnupft- SEHR hilfreich! Nachdem sich der Initiator etwas zierte steckt meiner sich ein ganzes Filet in den Mund und isst. Er meinte, wenn es für ihn schon nicht so schlimm riechen würde wie anscheinend für die Anderen, dann ex und hopp. Die anderen knabberten und spuckten wieder aus  :D . Und dann geht der Kerl doch hin und schlingt noch einen zweiten Gammelfisch runter *schüttel*. In dem Moment ging ein „Knabberer“ an mir vorbei und atmete… HUIUIUIUIUIUI IHHHBAAAHHHPFUIIII!!!

Ich glaube, die Einzigen, die einen Riesenspass hatten, waren die Mücken. Unfassbar wie schnell Massen da anrauschten. Ich wollte da gar nicht näher ranriechen!

Ich möchte gar nicht wissen, wo die Reste entsorgt wurden! Als wir wieder drin waren, waren die Wagemutigen noch nicht erlöst… sagen wir mal so… das Zeugt gärt im Magen weiter… Leider war das Aufstossen nicht nur ein Problem für den Einzelnen… das olfaktorische Erlebnis durften wir Anderen miterleben („nett“ übrigens auch bei der Rückfahrt im Auto*pfuiuiuiuiui*)… trotz Bonbons und Mundspray, die ich (nicht nur) meinem besseren Drittel hinwarf. Laut meinem besseren Drittel war das Schlucken schon ziemlich eklig und sehr salzig und einmal hatte er wohl auch einen sichtbaren leichten Brechreiz, aber es ging bei ihm. Andere hatten da schon grössere Probleme  :D

Ein Erlebnis war es auf jeden Fall! Ich denke nur nicht, dass der Verzehr dieser schwedischen Spezialität die zwischenmenschlichen Beziehungen fördert  :D

EDIT: Fast vergessen *OHJE*

Mit 2 Gammelfischen ist das bessere Drittel dann der Surströmming-Meister!

Mondfinsternis 2018

Auch wenn meine Knipse kein Highendprodukt ist, liebe ich sie und sie überrascht mich auch immer wieder. Ich habe kein Stativ und bestimmt nicht den besten Platz gehabt, aber ich freue mich über das Ergebnis! Aus unserem Garten unter Zuhilfenahme des Tisches und später vom Balkon sind doch ein paar schöne Bilder herausgekommen wie die Folgenden:

  

Die partielle Finsternis war dann beleuchtungsmäßig doch ziemlich schwierig *seufz* aber sooo schlecht eigentlich dann doch nicht  :)

Spass am Rande: 

Eine Touristin, die hier rumhüpfte (in ner Anwohnerstrasse…?), meinte doch allen Ernstes zu mir (als ich das erste Mal draussen war und hier noch nix zu sehen war), dass der Mond grade über dem Predigtstuhl rauskäme ein bisserl… sie liess sich nicht beirren, als ich ihr sagte, dass das die falsche Richtung ist. Aber nachdem ich nochmal genauer geschaut und überlegt habe wurde mir klar, was sie meinte: das Hotel/ die Bergstation vom Predigtstuhl selbst  :D . Ist aber leider immer so angeleuchtet…

Venedig sehen und sterben?- Das Fazit

Das Fazit unseres Venedigtrips

Letztendlich waren es 2 volle Tage, die wir in Venedig und der nächsten Umgebung verbracht haben. Wenn ich meine Qual durch massivste Mückenstiche (dicke juckende knallrote Pusteln an den Beinen und weniger an den Armen) abrechne, dann muss ich sagen, dass die Landschaft toll ist. Abseits der Touristenmassen ist Venedig eine schöne Stadt. ABER… es ist schwierig, so gross ist Venedig dann auch nicht. Der Dogenpalast war eindrucksvoll. Die Nachbarinseln fand ich eigentlich viel schöner. Vielleicht auch, weil es dort offener und freier ist. Alleine durch die geringere Höhe der Häuser. Venedig selbst ist auf der einen Seite total überfüllt und die Bewohner tun mir echt leid, hat aber auf der anderen Seite einen morbiden Charme, den viele Besucher wohl nicht erkennen. Wir hätten gerne noch das Naturkundemuseum besucht, doch knapp eine Stunde vorher gab es keinen Einlass mehr und die waren kürzer als bei den anderen Museen…

Es war schön Venedig einmal zu sehen und ich bin sicher, dass es noch viel zu sehen gibt. Aber ich verstehe beim besten Willen nicht, was dort so besonders romantisch sein soll. Der Canal grande ist einfach eine grosse Autobahn mitten durch die Stadt. Gondelfahren ist teuer und eine Gondel hängt an der Anderen. Menschenmassen, die meiner Meinung nach nur nach Venedig fahren, weil man da mal hin muss und keinen Blick für die Geschichte und den Charme dieser Stadt haben, die einfach ihre Punkte abarbeiten.

Es gibt viele Städte, die ich bereits einmal besucht habe, in die ich aber wieder zurückkehren will. Es tut mir leid, aber Venedig gehört nicht dazu.

Arrivederci Venezia!

Hier geht es noch einmal zurück zu Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Venedig sehen und sterben?- Teil 4

Nachdem wir die Lagune von Venedig verlassen hatten, ging es Richtung Proseccoroute. Das war nicht einfach und nicht so erfreulich. Die Ausschilderung ist ein grosses Manko… ausserdem schüttete es immer wieder wie verrückt. Übernachtet haben wir dann auf dem Monte Pizzoc in den Voralpen auf fast 1600m. Am nächsten Morgen zeigte sich der wunderbare Rundumblick. Anscheinend ist der Gipfel auch sehr interessant für Liebespaare, denn rund herum waren Namen mit Steinen auf den Boden gelegt. Knuffig  :) . Und dieser Ausblick von den Dolomiten über die venezianische Ebene zur Adria… ein Traum.

Nachdem wir noch durch das Proseccogebiet gefahren sind und doch kein Weingut gefunden haben, bei dem wir eine Probe hätten machen können (obwohl das Internet ja meinte, dass man ÜBERALL probieren könnte und ÜBERALL Weinfässer dies zeigen würden), hielten wir noch kurz am Kastell in Conegliano. Ich hoffte, dass man uns dort einen Tipp geben könnte. Ein freundlicher Wachmann, der leider nur Italienisch sprach, meinte nur, dass es ÜBERALL in der Gegend guten Prosecco gäbe  :wink: . Half uns irgendwie auch nicht weiter *grins*. Das Museum dort machte erst später auf und so war dies unsere einzige Möglichkeit etwas herauszufinden.

 

Wie in der ganzen Region Venetien waren auch hier wieder die typischen Scaliger Anzeichen, die Schwalbenschwanzzinnen, die ich bereits am Gardasee bewundern konnte. Nachdem uns auf dem ganzen Weg immer und immer wieder „Museo Civico“ und Museen für irgendwelche Kriege über den Weg liefen, wollten wir dann auch in dieses NICHT hinein.

Irgendwo in einem Markt haben wir dann doch noch echten Prosecco mit DOCG-Auszeichnung gekauft. Mittlerweile kann ich sagen, dass er wirklich lecker war. Viel besser als das, was ich aus den 90er und 2000ern als Prosecco kannte.Schade finde ich aber immer noch, dass es mit einer Probe nicht geklappt hat *seufz*.

Die Landschaft ist traumhaft. Auch wenn ich wieder von Schildern verar*** wurde. Da wurden Flüsse gezeigt und da war… NIX. Ab und zu ein tröpfelndes Rinnsal. Sonst einfach wadiähnliche Kies-Sand-Ebenen… Aber es wurde besser! Über den Plöckenpass ging es dann wieder Richtung Heimat. Wirklich beeindruckend dieser Pass. Wir fuhren auf dem Heimweg auch noch durch Obertauern, das für mich nur den Eindruck eines österreichischen Ballermanns machte. Grauenhaft.

Ein Fazit des Venedigtrips gibt es auch noch später. Erster Teil HIER, zweiter Teil HIER und dritter Teil HIER.

Venedig sehen und sterben?- Teil 3

Der dritte Tag unseres Kurztrips startete genau so sonnig wie die 2 Tage zuvor. Wir wollten wieder entgegen der Touristenströme gehen und haben am Morgen mit Burano angefangen. Nicht nur aufgrund der bunten Häuser ist Burano bekannt, sondern auch für seine Spitze. Noch waren die Geschäfte nicht offen und auch die Strassenverkäufer, die auch diese Insel schon erobert haben, waren gerade erst am Aufbauen.

 

Die Müllabfuhr (die wir schon in Venedig gesehen hatten) hat ihre Müllwagen in allen Sprachen der Welt beschrieben und auf Burano begrüsste man uns dann auch in deutsch.

Die Wägen werden auf die Müllschiffe gehoben und öffnen sich unten. Der Mechanismus wird ausgelöst durch das Einrasten auf einem Metallstab.

Und wenn die Italiener eins können, dann sind das wohl schiefe Türme… so viele schiefe Türme wie in und um Venedig habe ich noch nicht gesehen…

 

 

 

Gegenüber der Polizeistation und Rettungswache war das Spitzenmuseum, das ich unbedingt besuchen wollte. Es gab wirklich tolle Spitzenobjekte und ein wunderbarer Lehrfilm mit der Herstellung und Geschichte von Spitze. Empfehlenswert!

Weiter ging es nach Murano. Dazu muss man glaube ich nicht viel sagen. Ein Blick auf Venedig und dann ging es in das Glasmuseum. Was für eine wunderbare Handwerkskunst. Es gab viele Musterbücher für die Millefioriperlen, die in die ganze Welt verkauft wurden. Besonders erstaunt hat mich ein Tafelaufsatz aus dem 18. Jahrhundert. Kleine Blumenarrangements, ein ganzer Garten aus Glas. Unfassbar! Auf ganz Murano gibt es kleine Glasobjekt im Strassenbild. Sei es eine Madonna aus Glas an einem Haus, Kunstobjekte vor einem Hotel.

Weiter ging es dann nach San Michele. Der Friedhof Venedigs ist wirklich einen Besuch wert. Gottseidank sind Friedhöfe nicht das beliebteste Reiseziel für ungehobelte Horden. Was aber wirklich (mal wieder) irritierend war- die Erweiterung des Friedhos von David Chipperfield. Ein grosser grauer Klotz in diesem wunderbaren Ensemble. Anscheinend war es vor wenigen Jahren/Jahrzehnten total in absolut neumodische Objekte als Kontrast in ein altes Gebäudeensemble zu „stecken“. Kann funktionieren. In Venedig meiner Meinung nach nicht.

   

Zum Abschluss ging es noch einmal nach Venedig rein. Und während die Sonne sich allmählich verabschiedete (diesmal nicht aufgrund der Uhrzeit) sagten wir dieser Stadt „Auf Wiedersehen“.

 

 

Erster Teil HIER und zweiter Teil HIER. Den letzten Tag gibt es später.